Gestrandeter Buckelwal. Bild: Simon Keith

Gestrandeter Buckelwal. Bild: Simon Keith

Es war eine Sensation: Am 29. Juli 2008 sichteten Ornithologen vor Rügen einen Buckelwal. Buckelwale kommen normalerweise nicht in der Ostsee nicht vor – das Tier hatte sich dorthin verirrt. Die letzte ähnliche Beobachtung gab es am 24. August 1978, damals war ein zehn Meter langer Buckelwal vor Rügen aufgetaucht. Ganz Deutschland bangte um das Schicksal des Wales und hoffte darauf, dass das Tier die Ostsee wieder unbeschadet verlassen würde können. Der Wal wurde noch einige Male gesichtet und verschwand danach.


Walstrandungen an der deutschen Nordseeküste


Der Buckelwal hatte Glück – denn wesentlich öfter tauchen Meldungen von gestrandeten, toten Walen an den deutschen Küsten auf. Vor allem in der Nordsee kam es in den letzten Jahren wiederholt zu solchen Ereignissen. Im September 2005 wurde ein toter männlicher Finnwal im äußeren Mündungsbereich der Elbe entdeckt. Anfang Dezember 2003 fand man zwei tote Pottwalbullen bei der ostfriesischen Insel Norderney. Und am 17. Januar 2002 strandeten drei verirrte Pottwale vor der schleswig-holsteinischen Nordseeküste und verendeten qualvoll. Auch die übrigen Nordsee-Anrainerstaaten sind betroffen: So gab es allein im Februar 2006 vier Strandungen von toten Pottwalen an britischen Küstenabschnitten.


Die Strandungen haben zugenommen


Berichte über gestrandete Großwale – es handelt sich dabei vorwiegend um Pottwale, Finnwale und Buckelwale – in der Nordsee gibt es schon seit dem 18. Jahrhundert. In den letzten zwanzig Jahren jedoch häuften sich die Fälle. Deshalb gehen Forscher nun verstärkt möglichen Ursachen nach. Ein Grund könnte zum Beispiel das empfindliche Gehör der Tiere sein.

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