Bild: Charlie Phillips

Bild: Charlie Phillips

Es ist laut geworden im Meer. Bombenexplosionen unter Wasser, meist im Rahmen von Tests, Tiefflüge von Kampfflugzeugen, Manöver größerer Schiffsformationen, aber vor allem der Einsatz moderner Sonarsysteme, mit denen Objekte über mehreren Tausend Kilometer geortet werden können, wirbeln die Unterwasserwelt gehörig durcheinander. Daneben durchpflügen Flotten von Frachtschiffen und Öltankern die Weltmeere und sorgen mit ihren Schiffsschrauben für permanenten Unterwasserlärm.

Bildergalerie: Mit welchen Gefahren einzelne Walarten zu kämpfen haben

Explosionsartige Schallwellen

Auch die Verwendung so genannter "Airguns" treibt den Lärmpegel in die Höhe. Sie spielt bei seismischen Untersuchungen des Meeresbodens zur Auffindung möglicher Erdgas- und Erdölvorkommen eine zentrale Rolle: Explosionsartig werden Schallwellen erzeugt und auf den Meeresgrund geschossen, technische Geräte fangen das Echo wieder auf und werten es aus. Ist die Suche erfolgreich, folgen schon bald Schiffe, Bohrtürme werden errichtet und gewaltige Drillbohrer fressen sich in den Grund des Meeres.

Folgen für die Meeresbewohner

Dass die Lärmverschmutzung der Meere für Wale und Delfine gefährlich sein kann, steht mittlerweile außer Frage. Sogar das US-Militär hat in seinem Joint Interim Report vom Dezember 2001 zugegeben, dass eine Walstrandung auf den Bahamas im Jahr 2000 auf den militärischen Einsatz von Sonargeräten zurück zu führen ist.

Stress für den sensiblen Gehörsinn

Da die visuelle Wahrnehmung unter Wasser nebensächlich ist, hat sich bei Walen und Delfinen das Gehör zum wichtigsten Sinnesorgan entwickelt. Sie benötigen den höchst sensiblen Sinn für die Nahrungssuche, die Orientierung und die Kommunikation untereinander. Zahnwale besitzen darüber hinaus die Fähigkeit, sich durch die so genannte Echolokation zu orientieren. Sie erzeugen Laute im Ultraschallbereich, die von Gegenständen in ihrer Umgebung, wie zum Beispiel von Fischschwärmen, zurückgeworfen werden. Dieses Echo zeigt den Tieren, was sich wo und in welcher Entfernung von ihnen befindet.

Schallwellen sind für die Kommunikation wichtig

Wenn Wale miteinander kommunizieren, vor allem über größere Distanzen, senden sie ebenfalls Schallwellen aus. Die Kommunikation ist wichtig für die Verbindung von Muttertier und Kalb. Sie hilft den Tieren, Gefahren zu erkennen, ihre Jagd zu organisieren und ihre Wanderungen durch die Meere zu koordinieren. Wie in der Menschenwelt stärkt die Kommunikation außerdem den Zusammenhalt einer Gruppe.

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