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Wer braucht schon Essen, Schlaf oder Sex? Wenn Menschen auf Genuss verzichten oder sogar Grundbedürfnisse ignorieren, spricht man von Askese. Die Beweggründe für ein enthaltsames Leben sind meist religiöser Art: Sich vom Weltlichen abzuwenden soll zu geistiger Klarheit und Gottesnähe führen. Eigentum und Heimat aufzugeben können dabei  ebenso Wege zur Erlösung sein wie der Verzicht auf Körperpflege. Manche Asketen lassen etwa ihre Fingernägel wachsen, andere besitzen eine meterlange Haarpracht.


Askese hat eine lange Tradition und ist in vielen Glaubensrichtungen üblich: So gab es etwa schon im frühen Mittelalter Mönche, die ihr Leben lang auf Säulen saßen und jeglichen Komfort aufgaben. Sie sind als Styliten - Säulenheilige - in die Geschichte eingegangen. Im Islam wird noch heute während des Ramadan-Monats täglich bis Sonnenuntergang gefastet. Und auch bei Christen und Juden ist es zu bestimmten Feiertagen üblich, auf Essen zu verzichten.
Die älteste asketisch geprägte Religion aber ist der Hinduismus. Hier betreiben so genannte heilige Männer und Frauen auf der Suche nach spiritueller Erleuchtung die wohl extremsten Formen von Enthaltsamkeit.

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