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6000 Bewerbungen auf 45 freie Stellen – dieses Beispiel aus den Verwaltungsräumen eines großen deutschen Unternehmens zeigt, wie eng es auf dem Arbeitsmarkt zugeht. In den meisten Fällen übertrifft die Zahl der Bewerbungen das eigentliche Angebot bei weitem. Das stellt nicht nur die Personaler vor eine große Herausforderung, die aus Bergen von Papieren, die besten Kandidaten herausfiltern müssen - sondern vor allem auch die Bewerber selbst. Dabei lautet die dringendste Frage: Wie kann man aus der Masse der Bewerber herausstechen und das Interesse des Unternehmens auf sich ziehen? Coaching-Expertin Claudia Nuber hat sich bei Personalchefs umgehört und dabei verblüffende Beispiele für Qualität und Einfallsreichtum der Bewerber aufgespürt.

1. Beispiel: Auffallend klein auf den Punkt gebracht

Das erste Beispiel führt in die PR-Abteilung eines großen Farbenherstellers. Der zuständige Personalentscheider staunte nicht schlecht, als er für die PR-Stelle die kleinste und kürzeste Bewerbung in den Händen hielt, die er jemals bekommen hatte. Die Kandidatin verpackte ihre nur 6C-briefumschlaggroße Bewerbung als Produktinformation im gleichen Design wie die Informationsbroschüren des Unternehmens. Anstelle der Produktabbildung platzierte sie ihr Bewerbungsfoto. Die einzelnen Farbbeschreibungen tauschte sie gegen ihre biografischen Daten aus. Am Schluss bot sie an, die ausführlichen Bewerbungsunterlagen bei Interesse nachzureichen.
Reaktion
Der Personalentscheider war verblüfft, wie viel Information auf so kleinem Raum untergebracht werden kann. Die Kandidatin setzte die geforderten Qualifikationen direkt in die Tat um. PR-Arbeit lebt von kurzen, prägnanten Formulierungen. Großes Talent schien die Interessentin auch in Sachen Gestaltung zu haben. Präzision und Kreativität überzeugten die Verantwortlichen schließlich auch im anschließenden Vorstellungsgespräch.

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2. Beispiel: Fünf-Gänge-Menü - Erfolg geht durch den Magen

An anderer Stelle gelang es einer Bewerberin für den Job als Verkaufstrainer eines großen Haushaltswarenherstellers, sich gekonnt in Szene zu setzen und ihre Konkurrenz mit vollem Körpereinsatz und gutem Geschmack auszustechen: Seid ihrer Jugend benutzte die Kandidatin und Hobbyköchin genau jene Produkte, die die Firma herstellt - Töpfe und Pfannen. Nachdem sie beim zuständigen Ansprechpartner die geforderten Qualifikationen und Eigenschaften erfragt hatte, gelang es ihr, die Sekretärin des Personalchefs von ihrem Plan zu überzeugen. Die Bürokraft verriet ihr, wann der Chef zu erreichen sei und welches seine bevorzugten Speisen sind. Daraufhin ließ die Bewerberin dem Chef ein selbstgekochtes Fünf-Gänge-Mittagessen in den Töpfen seiner Firma zukommen,  und fügte nur ihre Visitenkarte bei. Wenige Stunden später gab sich die Bewerberin telefonisch zu erkennen. Der Rest war reine Formsache. Auch die anschließende Bewerbungsprozedur überstand die Kandidatin erfolgreich – nicht zuletzt aufgrund ihres hohen Engagements im Vorfeld der eigentlichen Bewerbung.
Reaktion
Zuerst reagierte der Personalentscheider völlig überrascht. Doch als ihn die Bewerberin aufklärte, war er von ihrer Kreativität und ihrem Mut sehr beeindruckt. Auch in diesem Fall nutzte die Kandidatin die Jobanforderungen zu ihrem Vorteil. Bereits für ihre Bewerbung zeigte sie jene Attribute, auf die es bei der Position des Verkaufstrainers ankommt: Selbstbewusstsein und Überzeugungskraft. Zudem zeigte sich die Bewerberin voll informiert über die Produkte und die Firmenphilosophie.

3. Beispiel: Virengeprüfte Bewerbung


Als Bewerbung zum Projekt-Grafiker erhielt die Grafikabteilung einer weltweit tätigen Unternehmungsberatung eine CD-ROM mit dem Vermerk „Virengeprüft“. Darauf befand sich eine Bewerbung in Form einer ausgeklügelt animierten Präsentation, welche genau den Layoutstandards des Unternehmens entsprach. Nach einem kurzen Gespräch wurde die Bewerberin eingestellt.
Reaktion
Laut des Personalentscheiders zeigte die engagierte Bewerberin mit ihrer kurzweiligen, außergewöhnlichen Bewerbung nicht nur ein grafisches Gespür, sondern auch Marketingfähigkeiten.