Bild: Cinetext, "Alexander"

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Es ist eine Niederlage, die man seinem ärgsten Feind nicht wünscht. Dreieinhalb Jahre lang belagern römische Legionen die Hauptstadt des karthagischen Staates. Anfangs zählt die Metropole Karthago 250 000 Einwohner - das sollte sich allerdings ändern.

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Blutiger Kampf um Karthago

"Übrigens meine ich, dass Karthago zerstört werden muss" - mit diesem Satz hat der römische Staatsmann Cato jahrelang jede seiner Reden beendet. Jetzt sorgen römische Truppen unter dem Kommando Scipios dafür, dass sich dieser Wunsch erfüllt. Die Schlacht um Karthago wird die wohl blutigste Belagerung einer Stadt in der Antike. Als die Stadtmauern im Frühjahr des Jahres 146 v. Chr. endlich gestürmt sind, folgt ein sechstägiger Häuserkampf. Die Stadt wird dem Erdboden gleichgemacht. Die überlebenden 50.000 Einwohner sind abgemagert zu Skeletten, der Wiederaufbau der Stadt wird vom römischen Senat verboten.

Was über Krieg und Niederlage entscheidet

Ein Werk der Vernichtung, so konsequent ausgeführt, dass es Scipio in Zweifel über die Richtigkeit seines Tuns stürzt - selten für einen Militär angesichts eines totalen Sieges: "Am Ende sind Städte, Völker und Reiche alle dem Wechsel des Glücks unterworfen", sinniert er. Weder das Schicksal noch die Waffen entscheiden über Ausgang und Bedeutung von Schlachten und Kriegen, schließt der Feldherr aus dem Schicksal Karthagos.

Wendepunkte der Geschichte

Stimmt das? Sind Aufstieg und Fall von Imperien, sind Sieg oder Niederlage in einer Schlacht nicht berechenbar? Erst die totale Zerstörung des Konkurrenten ermöglicht den Aufstieg Roms zur Supermacht der Antike. Darüber hinaus stellen sich Historiker die Frage: Was macht eine gewonnene Schlacht zu einer Wendemarke der Weltgeschichte, so wie sie der Fall Karthagos zweifellos war? Antworten auf diese Fragen zu finden ist wichtiger denn je. Denn jenseits tagespolitischer Aktualitäten hat sich die Erfahrung verlorener und gewonnener Schlachten tief in das kollektive Bewusstsein vieler Nationen eingegraben und beeinflusst auch heute noch ihre Politik.

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