Bild: Cinetext "Timeline" / AFP / Welt der Wunder

18 Monate lang sahen die Menschen des Frühmittalters die Sonne nicht mehr. Bild: Cinetext "Timeline" / AFP / Welt der Wunder

Als der Himmel auch am Tag schwarz blieb, sahen die Menschen im Jahr 536 nach Christus das Ende der Welt gekommen. Doch was tatsächlich der Auslöser für die Katastrophe war, wusste niemand. "Die Dunkelheit blieb für 18 Monate", berichtet ein Bischof aus dem sechsten Jahrhundert über das damalige Leben in tiefer Finsternis. Nur vier Stunden täglich soll ein schwacher Lichtschimmer zu sehen gewesen sein.

Bildergalerie: Wenn Asche den Himmel verdunkelt - Die größten Vulkanausbrüche der Geschichte

Die Kältekatastrophe

"Die Menschen des frühen Christentums haben immer in Erwartung des Weltendes gelebt", so der Historiker Albrecht Berger. Tatsächlich waren die Folgen der Dunkelheit verheerend, denn das Klima veränderte sich zu dieser Zeit dramatisch: Für mehrere Jahre sanken die Temperaturen rapide. Mitten im Sommer fiel plötzlich Schnee und zahlreiche Pflanzen gingen ein. Die Kältewelle führte zu fatalen Missernten und die Menschen litten schweren Hunger. An alten Baumringen können Wissenschaftler heute ablesen, dass auch Gehölze fast ganz aufhörten zu wachsen.

Tief verschleierte Erde

Schuld an der Klimaveränderung war möglicherweise ein Vulkanausbruch. Er könnte dazu geführt haben, dass sich ein Schleier aus Asche und Schwefelgasen um die Erde gelegt hat, den die Sonne kaum noch durchdringen konnte. Eine gewaltige Eruption kann dazu führen, dass solche Partikel bis in die untere Erdatmosphäre geschleudert werden. In der Stratosphäre verteilen sie sich dann rund um den Planeten und das wärmende Sonnenlicht wird von ihnen reflektiert oder ganz verschluckt. Auf der Erdoberfläche wird es dadurch spürbar kälter.

Lesen Sie weiter: Von blutroten Sonnenuntergängen und Vulkanausbrüchen mit Atombombenstärke…

Lesen Sie außerdem:

Rätselhafter Maya-Kalender - Countdown zum Weltuntergang?

Versunkene Städte - Warum so viele antike Metropolen untergingen

Lichtverschmutzung - Ein Drittel der Menschheit sieht die Milchstraße nicht mehr

Neuland für Millionen - Der Traum vom Superkontinent Atlantropa

Erwärmung der Arktis schlimmer als befürchtet