
Wer an Urlaub in Spanien denkt, der träumt von endlosen weißen Stränden und malerischen Küstenstreifen. Die Realität jedoch sieht oft anders aus: Ein massiver Bauboom in den letzten Jahren hat dafür gesorgt, dass Spaniens Küstenlandschaft immer mehr einer Betonwüste gleicht. Ob Ferienanlagen für Superreiche, monströse Hotelkomplexe oder neue Industrieanlagen – ohne Rücksicht auf die Natur wird gebaut, was das Zeug hält.
Umweltschützer warnen
Jedes Jahr veröffentlicht Greenpeace einen Bericht, der die Situation an Spaniens Küsten dokumentiert. Auch für 2007 zieht die Organisation keine positive Bilanz: „Die Lage verschlechtert sich zunehmend“, heißt es in der Studie. Achttausend Kilometer Küstenlinie seien von rücksichtsloser Umweltzerstörung und massiver Verschmutzung betroffen. Und dies nicht mehr nur im Süden, sondern mittlerweile auch im nördlichen Teil Spaniens, der bisher von solchen Problemen verschont geblieben war.
Hotel statt Naturpark
Ein besonderer Dorn im Auge ist Greenpeace das Hotel „El Algarrobico“ in Almería: Es soll inmitten eines Naturparks hochgezogen werden. Obwohl Umweltorganisationen erbittert dagegen ankämpften und sich einen Monate andauernden Streit mit der andalusischen Landesregierung lieferten, begannen die Bauarbeiten. Zwar wurde inzwischen - bis zur endgültigen Klärung der Lage - ein einstweiliger Baustopp verhängt, das weitere Vorgehen ist jedoch noch unklar. Dieses Beispiel zeigt, wie sehr die Natur in Spanien derzeit hinter kommerziellen Interessen zurückstehen muss.
Massive Fehlplanung
Neben Andalusien sind vor allem die Regionen um Valencia, Murcia und die kanarischen Inseln betroffen. Besonders pikant: Viele der neuen Bauten stehen leer, da falsch kalkuliert wurde. Greenpeace wirft den zuständigen Behörden daher eine katastrophale Fehlplanung vor. „Niemand erkennt, dass man die Küste nicht erhalten kann, indem man sie mit Zement bedeckt“, schreibt die Umweltorganisation in ihrem Bericht. Denn letztlich hinge vom Zustand der Strände auch die Zukunft des Tourismus ab.


























