Ausgebrannt - Eine Welt ohne Öl

Vor Kurzem hat Brasilien begonnen, eines der neuentdeckten riesigen Ölfelder vor seiner Küste anzuzapfen. Experten schätzen das Vorkommen auf 55 Milliarden Barrel Öl. Auch wenn diese gewaltige Menge theoretisch ausreichen würde, um die gesamte Welt zwei Jahre lang mit Öl zu versorgen, bleibt die Gewissheit, dass das Öl als Hauptenergiequelle für unsere Zivilisation in absehbarer Zeit zur Neige gehen wird. Außerdem müssen immer größere Anstrengungen unternehmen werden, um das schwarze Gold zu Tage zu fördern. Die Ölfelder vor Brasiliens Küste lagern fünf bis sieben Kilometer unter der Meeresoberfläche – eine gigantische Herausforderung.

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Die Energy Watch Group geht davon aus, dass der Oil-Peak, also das Ölfördermaximum, bereits vor drei Jahren erreicht wurde. Das internationale Netzwerk von Wissenschaftlern evaluiert die noch verfügbaren Energien aus konventionellen, vor allem fossilen Quellen unabhängig von Energiewirtschaft und Regierung. Mit Sorge verfolgen Wissenschaftler die Entwicklung. Für viele schreitet die Forschung nach alternativen Energiquellen zu langsam voran. Einige Experten befürchten gar, dass wir nicht mehr genug Zeit haben werden, Alternativen zum Öl zu finden. Tatsächlich gibt es bisher keinen Kraftstoff, der ein vergleichbares Potenzial hat und den Bedarf decken kann. Gleichzeitig steigt die weltweite Nachfrage immer weiter an. Nach Alternativen wird zwar geforscht, aber keines der Systeme ist bis jetzt ausgereift. Welche Alternativen bleiben uns wirklich zum Erhalt unseres Lebensstandards? Müssen wir bald Autofahren wie die Feuersteins – mit bloßer Beinarbeit? Alternativen zum normalen Benzinmotor sind Biotreibstoff, Erdgas, Wasserstoff und Brennstoffzellen. Doch bis die ersten Modelle in Serie produziert werden, wird noch einige Zeit vergehen – frühestens in den nächsten 10 Jahren.

Flugzeuge

Können wir es uns in Zukunft noch leisten in Urlaub zu fliegen? 2007 schaffte es das amerikanische Unternehmen Green Flight International, einen Jet allein durch Biotreibstoff anzutreiben. Außerdem kündigte Air New Zealand an, bis Ende des Jahres Testflüge mit Biokraftstoff durchzuführen. Ziel sei es, so die Verantwortlichen, bis in fünf Jahren zumindest einen Teil der Inlandsflotte mit Biokraftstoffen der zweiten Generation zu betreiben. Biokraftstoffe der zweiten Generation werden aus Pflanzen gewonnen, die keine andere Bodennutzung beeinträchtigen. Dazu gehören Algen oder  das Wolfsmilchgewächs Jatropha. Bis die Biokraftstoffe jedoch im täglichen Luftfahrtbetrieb in die Tanks fließen, vergeht nach Einschätzung der Experten noch einige Zeit. Denn eine der wesentlichsten Eigenschaften des Kerosins ist noch nicht erreicht: Die Biokraftstoffe müssen bis zu minus 50 Grad flüssig bleiben. Bisher gelingt das nur zwischen 0 und minus 16 Grad Celsius.

Solarenergie

Dass die alternativen Kraftstoffe nicht ausreichen, um den Energiebedarf zu decken, stellt auch die Industrie vor ein großes Problem. Nach Alternativen wird fieberhaft gesucht. Zum Beispiel könnte eine Solarthermie-Anlage von der Größe Bayerns in den sonnenstarken Regionen Nordafrikas bis zu 17.000 Terawattstunden in die Stromnetze liefern – was in etwa den Energiehunger der ganzen Welt decken würde. Zum Vergleich: In Deutschland betrug der Netto-Stromverbrauch 2007 541 Terawattstunden.

Kernfusion

Konkreter in der Stromgewinnung ist man da schon beim Bau des Testreaktor ITER in Südfrankreich. Hier erzeugen 800 Kubikmeter brennendes Plasma 500 Megawatt Leistung. 2018 soll das Fusionskraftwerk in Betrieb gehen. Nachteil: Bei der Herstellung fallen geringe Mengen an Radioaktivität an. Bis heute ist ungeklärt wie radioaktive Abfallstoffe nachhaltig und vor allem sicher entsorgt werden können.

Windenergie

Der Nysted Havmøllepark vor der Küste Dänemarks ist der derzeit größte Offshore-Windpark der Welt. Auf einer Fläche von 24 Quadratkilometern werden hier durch die Nutzung des Windes maximal 165,6 Megawatt Leistung erzeugt.

Gezeitenkraftwerke

Das erste und zurzeit größte Gezeitenkraftwerk wurde ab 1961 an der Atlantikküste in der Mündung der Rance in Frankreich. Die gesamte Anlage produziert jährlich rund 600 Millionen Kilowattstunden Strom und deckt damit rund drei Prozent des Strombedarfs der Bretagne.
Doch da es nicht viele Standorte für diese Art von Kraftwerke gibt, werden sie nur einen geringen Anteil zur Stromdeckung leisten können. Auch die ökologischen Auswirkungen sind umstritten.

Sonnenenergie für das Eigenheim

Energiegewinnung durch Sonnenkraft ist für viele die sichtbarste Methode alternativer Energieerzeugung. Auf vielen Hausdächern sorgen bereits schon heute Solarzellen dafür, dass ein Haus erstmals mehr Energie produziert als es verbraucht. In Kombination mit einer perfekten Wärmedämmung durch Ziegel aus dem Vulkangestein Perlit ist dies heute schon möglich.

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