
Bild: welt der wunder
Es war die gigantischste technische Utopie des 20. Jahrhunderts: Durch die Trockenlegung des Mittelmeeres sollte Europa mit Afrika zu einem neuen Kontinent zusammenwachsen. Sein Name: Atlantropa.
Staudamm bei Gibraltar
Ein gewaltiger Staudamm bei Gibraltar sollte den Zufluss des Atlantiks ins Mittelmeer stoppen. Dessen Wasser wäre dann nach und nach verdunstet. Das erhoffte Ergebnis: Neuland von einer Fläche so groß wie Frankreich und Belgien zusammen - und jede Menge Energie durch Wasserkraft.
Hilfsprojekt gegen das Elend der 20er Jahre
Der Visionär von "Atlantropa" war der Münchner Architekt Hermann Sörgel. Mit seinem Projekt wollte er das Leben der Menschen im Europa der 20er Jahre verbessern und die anstehenden Probleme lösen. Damals kämpften die Deutschen mit den Folgen des Ersten Weltkriegs. Millionen Menschen lebten im Elend. Zudem befürchteten Wissenschaftler, dass die fossilen Brennstoffe bald aufgebraucht sein und es nicht genügend fruchtbares Land geben würde, um die wachsende Menschheit in Zukunft ernähren zu können.
Gewinn von Land und Energie
Atlantropa sollte das benötigte Neuland schaffen, neuen Lebensraum in Europa und Afrika - eine Idee, die zudem Menschen und Völker verbinden sollte. Ein riesiges Turbinenkraftwerk im Staudamm sollte außerdem ganz Europa und Nordafrika mit Energie versorgen. Und mit dem gewonnenen Wasser aus dem Mittelmeer wollte Sörgel die Wüsten Libyens und Algeriens in blühende Landschaften verwandeln.
Venedig im Stausee
Damit sich das Leben in den Metropolen am Mittelmeer nicht allzusehr ändern würde, plante er auch besondere Baumaßnahmen für die Küstenstädte. Genua beispielsweise sollte zum neuen Ufer hin wachsen. Doch Venedig ohne Wasser? Unvorstellbar! Deshalb sollte für die Lagunenstadt ein künstlicher Stausee gesschaffen werden - mithilfe einer riesigen Staumauer.
Lesen Sie weiter: Wie der Kalte Krieg beinah zur Verwirklichung des Projekts beigetragen hätte…
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