Quelle: VINCENT CALLEBAUT ARCHITECTURES - www.vincent.callebaut.org

Quelle: VINCENT CALLEBAUT ARCHITECTURES - www.vincent.callebaut.org

2007 veröffentlichte der Weltklimarat (ICPP) einen alarmierenden Bericht. Dem zufolge könnte der Meeresspiegel im Lauf der nächsten hundert Jahre um bis zu 88 Zentimeter steigen. Wissenschaftler rechnen damit, dass bei einem Temperaturanstieg um nur ein Grad der Meeresspiegel um einen Meter ansteigt. Davon wären nicht nur niedrig gelegene Länder betroffen, sondern Küstenstädte mit mehreren Millionen Einwohnern, etwa Bombay, New York oder Shanghai. In den Niederlanden könnten sechs Prozent des Landes im Wasser versinken. In Teilen Ozeaniens sind es sogar bis zu achtzig Prozent. In Bangladesch bedroht das Wasser Straßen und Dämme, bis zum Jahr 2050 über mehrere tausend Kilometer hinweg. Schon heute steht das Land regelmäßig unter Wasser. Das salzige Meerwasser beschädigt die Ernten und in einigen Küstenregionen kann bereits kein Reis mehr angebaut werden. Weil das Salzwasser die Trinkwasserversorgung einschränkt, müssen in manchen Städten mehrere hundert Meter tiefe Brunnen gebohrt werden.

Millionen verlieren ihre Heimat

Das größte Problem aber werden die Millionen von Menschen sein, die durch den Meeresspiegelanstieg ihre unbewohnbar gewordene Heimat verlassen müssten. Wie wird ihr Leben aussehen, wenn die Prognosen der Wissenschaft Wirklichkeit werden? Wo sollen sie leben, wenn große Teile des Festlandes vom Wasser überschwemmt werden? Ist es eine Lösung, das Wasser selbst zu bevölkern? Diese Fragen stellen sich nicht nur die Wissenschaftler, sondern auch Architekten. Der Belgier Vincent Callebaut zum Beispiel hat das Wasser zum neuen Lebensraum auserkoren.